THOUGHTS,

MUTTERTAGS-TRAUER

Überall sehe ich Werbeplakate und Banner. Blogger schreiben über die tollsten Geschenkideen und wie sie den Tag mit ihren Müttern verbringen. Nein, heute poste ich kein fröhliches Muttertags Gedicht. Obwohl ich inzwischen selber Mutter bin,  kann ich diesen Tag nicht genießen. Für mich ist der Muttertag neben meinem eigenen Geburtstag der schlimmste Tag im Jahr. Der Verlust eines Menschen, meiner eigenen Mutter hat mich in den jungen Jahren sehr geprägt.

Trauer ist ein lebenslanger Prozess. Sie endet nicht. Unser Unterbewusstsein vergisst nicht und überrascht uns gerne heimtückisch. Der Schmerz sitzt manchmal so tief, dass einem die Luft zum Atmen fehlt. Erinnerungen kommen plötzlich zurück und lassen einen erstarren. Erinnerungen, dich ich stets versuchte zu verdrängen. So vieles würde ich ihr gern sagen, so vieles würde ich sie gern fragen. Ich bin nun selbst Mutter und habe eine Verantwortung, die mein Leben komplett verändert hat. Oft werde ich gelobt und von anderen bewundert, weil ich mein Leben so gut organisiere. Dennoch fühle ich mich oft einsam und zerbrechlich. Nein, ich bin nicht perfekt. Ich bin oft ratlos. Wen kann ich fragen, wenn ich nicht weiter weiß? Wem kann ich mich anvertrauen? Ich kann sie nicht fragen, denn sie ist nicht mehr da und  wird es nie wieder sein. Ich muss auf meine Instinkte hören und hoffen, dass ich richtig liege. Mein Kind ist mein Ein und Alles. Trotz allem stehe ich jeden Tag vor neuen Herausforderungen. Früher, bevor ich Mutter war hielt ich alles für einen Zuckerschlecken. Ich war ein zickiges, verwöhntes Einzelkind und hielt alles für selbstverständlich. 

Liebe Mutter, verzeih mir. Heute kann ich dir leider nichts schenken. Ich kann mich nur bedanken und dir sagen, dass ich dich nun endlich verstehe. Ich fühle nun all jenes, was du mir stets versuchtest beizubringen. Was Mutter sein bedeutet.

thefashionanarchy_muttertag_gedankenpost_blogger_muenchen_munich_trauer_2

013 comments

writer

thefashionanarchy is a personal style and fashion blog created by Munich based blogger Dianna Buenger. She published her first blog in May of 2014. After two years she has decided to relaunch her personal blog as "the fashion anarchy". You may be asking what is this about? Thefashionanarchy is making a statement about a bold new era in fashion. The only rule is there are no rules and it's all about what brings out the best in the individual. Allowing a mixture of high-end, low-end, classic labels and up and coming styles all together.

13 Comments

zebaott

Super Post!!!

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Esra

So traurig! Ich kann keinen Vatertag mehr feiern…
Aber es gibt ja noch Freundschaft! <3
Lg
Esra

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THE FASHION ANARCHY

Ja, meine liebe die gibt es! <3 <3

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Amina

Die Freundschaft ist das, was mich am Leben erhält und mir Kraft gibt.
Liebe Grüße,
Amina

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Katja Heinemann

Oh nein, das macht mich gerade so traurig :/
Ich kann den Muttertag heute auch nicht mit meiner Mama verbringen, aber sie kommt immerhin morgen wieder.
Hoffentlich konnte dein Kind wenigstens ein paar schöne Stunden mit seiner Mama verbringen.
Liebst, Katja
http://www.amoureuxee.de

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THE FASHION ANARCHY

Liebe Katja, vielen Dank für deine aufmunternde Worte. Mein Sohn hatte heute einen wunderschönen Tag 🙂

Liebst, Diana

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Aletheia

Meine Mutter starb als ich fünf Jahre alt war Eigene Kinder habe ich noch keine
Mir geht es ähnlich
Meine Kolleginnen reden oft über ihre Mütter und was sie mit ihnen unternehmen
Eine hofft sogar, dass ihre Mutter nicht so alt wird, weil sie jetzt schon nicht sehr gesund und fit ist
Ich wäre froh, wenn meine Mutter noch leben würde
Wie viel anders hätte mein Leben verlaufen können
Es gibt so viel was ich sie noch fragen möchte, so viel was ich ihr sagen oder mit ihr teilen möchte
Also genießt jeden Moment den ihr mit eurer Mutter habt.
Liebe Grüße, Aletheia

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Ivi

Sehr berührend! Ich habe meinen Vater in jungen Jahren verloren und kann Deine Trauer verstehen. Sie endet wirklich nie. Man lernt nur damit zu leben.

Viele Grüße und alles Gute für Dich!
Ivi

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Brittney Johnston

Sehr berührend! Toller Beitrag. Vielen Dank dafür das du so offen damit umgehst.

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Paleica

sehr traurig. und ja, trauer dauert ein leben lang, das denke ich auch.

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Christina Key

Krasser Beitrag!
Da bist du nicht die Einzigste an dem Tag. 🙁
Es ist einfach jedes mal sehr traurig, wenn
alle anderen glückliche Selfies mit der Mutter posten und man selbst
es nicht mehr machen kann. Ich finde von Jahr zu Jahr wird es auch nicht besser, die Trauer bleibt immer.

Ich fühle mit dir! ♥

XX,

Photography & Fashion Blog

http://www.ChristinaKey.com

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Amina

Hallo liebe Diana,
ich habe lange überlegt, ob ich einen Muttertags Post überhaupt schreiben soll. Ich habe nie viel von Muttertag gehalten, natürlich hab ich ihr Blumen geschenkt und für sie gekocht, aber für mich ist das prinzipiell mit reinem kommerziellen Zweck verbunden. Meiner Mama habe ich das ganze Jahr Geschenke gemacht und gesagt, dass ich sie liebe. Dafür brauch ich keinen datierten Tag, um mich daran zu erinnern.
Das mag jetzt vielleicht hart klingen, aber das ist es auch. Mein Vater verstarb vor 23 Jahren und meine Mama am 10.Februar diesen Jahres. Ich frage mich manchmal, wie viel ein Mensch aushalten kann? Dieser Schmerz ist so unbeschreiblich und wenn diese Beklemmungen aufkommen, die einem die Luft zum atmen wegnehmen.
Alle sagen mir, wie stolz sie auf mich sind und wie stark ich doch bin, aber ich fühle mich weder noch.
Und dann sind Vater und Muttertag im Abstand von 2 Tagen und alle zelebrieren und hypen das wie verrückt.
Ich habe noch zuhause gewohnt und musste dementsprechend alles ummelden, habe den Stress und muss jetzt alles offen legen, warum ich als fast 25 Jährige Studentin mit einem Minijob nicht die Bestattungskosten meiner eigenen Mutter zahlen kann.
Das war meine Rede, die ich vor 100 Menschen gehalten habe, die alle kein schwarz tragen durften, da meine Mama ein fröhlicher und lebensfroher Mensch war und 8 Monate gegen den Krebs angekämpft hat.

„Meine Mama war der besonderste Mensch in meinem Leben
Wir hatten so eine innige und ehrliche Beziehung zueinander und ich konnte ihr alles erzählen und anvertrauen.
Wir hatten nie viel Geld, aber sie war immer so großzügig, vor allem mit ihrer Liebe und ihrem Optimismus.
Sie hatte immer ein offenes Ohr. Sie wusste ganz genau, wenn etwas nicht stimmte – wie Mamas das eben wissen.
Wir haben viel Quatsch zusammen gemacht, gelacht, gestritten, diskutiert und Zeit miteinander verbracht.
Ich habe es genossen, mich sogar darauf gefreut, mich mit ihr an den Tisch zu setzen,
Cafe zu trinken und zu reden. Auch dann, wenn ich in der Früh nichts gegessen habe: wenn die Mama mir ein Brot gemacht hat, konnte ich nicht nein sagen. Und besonders lecker war es, wenn es ihr eigenes war. Bevorzugt haben wir allerdings die späten und berühmten ausgiebigen Brunches mit allem drum und dran und dazu laut die Musik von ADELE gehört. Geliebt habe ich außerdem die spontanen Mitternachtspancakes, wenn wir nicht schlafen konnten
Ich hab ihr gern beim Lesen zugesehen oder wenn sie gemalt oder gepuzzelt hat.
Meistens habe ich ihr am Abend von meinem Tag erzählt und was ich alles erlebt hatte.
Ich möchte ihr für die unglaublich tollen 24 Jahre meines Lebens danken. Jeden einzelnen Tag vermisse ich ihr Lachen und dass sie mich anschaut und sagt wie stolz sie auf mich ist, denn all das hab ich nur ihr zu verdanken. Sie hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.
Sie lehre mich immer, dass man die wirklich wichtigen Dinge im Leben, nicht mit Geld kaufen kann. So vieles wollte ich mit ihr noch erleben: Ich wollte mit ihr auf ein ADELE-Konzert gehen, ihr noch London und meinen Bachelor Abschluss zeigen – oder, wie ich als hoffnungsloser Fall einen Mann finde und Kinder bekomme.
Doch die Zeit war zu kurz. Wie meine beste Freundin GIZEM zu mir vor kurzem sagte:
„wir müssen jetzt für sie noch viel und alles miterleben“.
Sie war nicht einfach nur meine Mama, sie war meine Seelenverwandte, eine meiner besten Freundinnen und auch mein Papa-Ersatz, da mein Papa verstorben ist, als ich 1 ½ Jahre alt war. Auch wenn sie es dadurch nicht immer leicht hatte, hat sie mir alles ermöglicht.
Ich hätte ebenso wirklich alles auch für sie getan und ihr so gerne das Leid genommen. Ich weiß, dass sie jetzt an einem besseren Ort ist, mit einem Haus am Strand und Garten, mit unseren bereits verstorbenen Hunden Khira und Reh.
Ich glaube an ein Leben nach dem Tod, wenn ich sie dann eines Tages wiedersehe, werde ich ihr alles erzählen.
Bis dahin wird sie als geliebter Mensch, Mama, Tochter, Schwester, Cousine oder Freundin in unseren Herzen verbleiben“.

Meine Mama war die Liebe meines Lebens.

Ich habe gesehen, dass du auch aus München kommst und würde mich wahnsinnig freuen, dich mal persönlich kennen zu lernen.
Ganz liebe Grüße,
Amina

http://amina-williams.blogspot.de

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THE FASHION ANARCHY

Hallo liebe Amina,

Deine Geschichte berührt mich gerade sehr! Würde mich sehr freuen dich mal persönlich kennenzulernen.
Schreibe Dir mal später eine Mail!

Liebe Grüße
Diana

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